Ausbau und Fassade - Lexikon
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Lexikon für Stuck, Putz, Trockenbau und Wärmedämmung

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Begriff Definition
Holzfaserdämmplatte (WF)

Zu den natürlich organischen Dämmstoffen zählende genormte Faserdämmplatte für Wärme- und Schallschutzmaßnahmen.
Die Platte wird aus Nadelholzabfällen meist im Nassverfahren (Wasserzugabe) durch Nutzung des holzeigenen Lignins zur Faserbindung ohne Zugabe künstlicher Bindemittel hergestellt. Je nach Anforderungen werden Zement, Hydrophobierungs- oder Flammschutzmittel beigemischt.

Holzfaserplatte

Zu den Holzwerkstoffplatten zählende genormte Trockenbauplatte.
Die Platten unterscheiden sich in Herstellungsverfahren, Struktur, Rohdichte und Festigkeits-werten sowie den daraus sich ergebenden Verwendungsmöglichkeiten.

Holzspanplatte

Zu den Holzwerkstoffplatten zählende genormte Trockenbauplatte, die für Fertigteilestriche verwendet werden kann.
Holzspäne werden mit Kunstharzbindemitteln, Härtern, Hydrophobierungs- und Flammschutzmitteln gemischt und zu Platten gepresst. Bei Flachpressplatten sind die Späne in 3 - 5 Schichten oder mit immer feiner werdenden Spanstrukturen parallel zur Oberfläche angeordnet. Für Fertigteilestriche sind Platten mit 10 - 38 mm Dicke und Nut-und-Feder-Kanten lieferbar (P3).

Holzwerkstoffplatte

Zu den Trockenbauplatten zählende Platten, die aus in unterschiedlicher Form und Größe zerkleinertem Holz (Massivholz, Furniere, Späne, Fasern) hergestellt werden. Sie können mit holzeigenen, organischen oder mineralischen Bindemitteln gebunden werden.

Hydratation

Chemischer Erhärtungsvorgang mineralischer Putzmörtel mit hydraulischen Bindemitteln (Gipsbinder, hydraulische Kalke, Zemente).
Hydraulische Bindemittel benötigen zu ihrer Erhärtung den Reaktionspartner Wasser (H2O) aus dem Anmachwasser, aus der Luftfeuchtigkeit oder durch zusätzliche Befeuchtung. Hydraulische Kalke erhärten je nach Zusammensetzung durch kombinierte Erhärtungsvorgänge mit unterschiedlichen Anteilen von Hydratation und Karbonatisation.

Hydraulischer Kalkputz

Putzmörtel nach DIN EN 13914 und DIN 18550 mit hydraulischen Kalken als Bindemittel.
Das Mischungsverhältnis der Bindemittelanteile Luftkalk und hydraulische Silikate bestimmt den jeweiligen Anteil der Putzerhärtung durch Karbonatisation oder Hydratation. Höhere hydraulische Anteile bedeuten für den Putzmörtel weniger Wasserrückhaltevermögen und Ge-schmeidigkeit, schnellere Erhärtung, höhere Druckfestigkeit, Wasser- und Säurebeständigkeit.

Hydrophobierungsmittel

Zusatzmittel für mineralische Putzmörtel nach DIN EN 13914.
Mineralische Baustoffe sind durch ihre Porenstruktur unterschiedlich stark kapillar leitfähig für Wassermoleküle. Als Bestandteil von bewitterten Außenputzen benötigen sie eine niedrige kapillare Wasseraufnahme ohne Verschlechterung der Wasserdampfdurchlässigkeit, um das Bauteil vor Durchfeuchtung, Frostschäden und geringerer Wärmedämmfähigkeit zu schützen.

Industrieestrich („Hartstoffestrich“)

Eine nach der Art der Aufgabenstellung bezeichnete Estrichart nach DIN 18560-7.
Die durch industrielle Arbeitsabläufe oder Fahrverkehr hochbeanspruchten Estriche werden auch als Hartstoffestriche bezeichnet, da sie Hartstoffe mit besonderer Härte und Abriebfestigkeit enthalten, z.B. Natursteine, Schlacke, Metalle oder Korund/Siliziumkarbid. Sie werden in 3 Beanspruchungsgruppen unterteilt und als Verbundestrich oder Estrich auf Trennschicht ausgeführt. Als Bindemittel sind Zement, Magnesia, Gussasphalt und Kunstharze geeignet.

Innenputz

Auf Bauteilen innenraumseitig aufgetragenes Putzsystem nach DIN EN 13914-2/ DIN 18550-2.
Innenputze dienen zur Gestaltung des Bauteils, leisten einen Beitrag zur Regulierung des Raumklimas (Luftfeuchtigkeit, Wasserdampfdiffusion) und können Träger von Beschichtungen oder Belägen sein (Anstrich, Tapete, Fliesen). Um ihre Aufgaben erfüllen zu können, müssen sie eben (Oberflächenqualität), tragfähig, diffusionsfähig und beständig sein.

Innenputz für Feuchträume

Feuchtebelastete Innenputze (Nassräume, dauernd hohe Luftfeuchtigkeit) müssen wasserbeständig sein. Wasserlösliche Gipsputze sind hier ungeeignet, für häusliche Bäder und Küchen aber anwendbar, wenn ausreichende Schutzmaßnahmen (Putzabdichtung) vorliegen.

Kaliwasserglas

Bindemittel nach DIN 18550 für Dispersions-Silikatputze, -farben und Silikatfarben.
Kaliwasserglas erhärtet chemisch durch Reaktion mit Kohlendioxid und Wasser. Mit kalkhaltigen Stoffen in Putzgrund, Putz oder Anstrichmittel (Gesteinskörnung, Pigmente) erfolgt eine Verkieselung, die eine hervorragende Untergrundhaftung und Kohäsion bewirkt. Die entstehenden Kalk-Silikate sind chemisch sehr beständig und besitzen eine sehr hohe Festigkeit.

Kalke mit hydraulischen Eigenschaften

Bindemittel für mineralische Putzmörtel nach DIN 18550.
Kalke mit hydraulischen Eigenschaften gehören zu den Baukalken und weisen unterschiedliche Mischungen der Bindemittel Luftkalk (Kalkhydrat) und hydraulischer Kalke (Silikate) auf.

Kalkzementputz

Putzmörtel nach DIN EN 13914/ DIN 18550 mit einer Mischung aus Baukalken und Zement als Bindemittel.
Je nach Anforderungen können schwere oder leichte Gesteinskörnungen (Druckfestigkeit bzw. Wärmedämmung) und Zusatzmittel (Wasserrückhaltemittel, Haftmittel) enthalten sein.

Kapillarität

Transportmechanismus für Flüssigkeiten (z.B. Wasser) in feinporösen Feststoffen.
Wassermoleküle werden in besonders engen Baustoffporen (Kapillarröhren) bei Kontakt mit den Porenwandungen durch die Adhäsionskraft gegen die Schwerkraft nach oben gezogen und können so über große Strecken transportiert werden.

Karbonatisation

Chemischer Erhärtungsvorgang mineralischer Putzmörtel mit Anteilen von Luftkalk als Bindemittel (Luftkalk, Kalke mit hydraulischen Eigenschaften, Zement). Diese Bindemittel benötigen zu ihrer Erhärtung die beiden Reaktionspartner Kohlendioxid (CO2) sowie Wasser (H2O) aus dem Anmachwasser, aus der Luftfeuchtigkeit oder durch zusätzliche Befeuchtung.

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