Ausbau und Fassade - Lexikon - Festigkeitsgefälle
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Festigkeitsgefälle

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Begriff Definition
Festigkeitsgefälle

Aus mehreren miteinander verbundenen unterschiedlichen Materialschichten bestehende
Bauteile sind in der Regel zur Oberfläche hin wachsenden thermischen oder hygrischen
Beanspruchungen ausgesetzt, die Zug- und Scherspannungen erzeugen.

Wird auf einem weichen Untergrund eine druckfestere und weniger elastische Schicht aufge-
bracht, so können die darin auftretenden Kräfte nicht ausreichend an deren Untergrund
abgegeben werden, da dessen Eigenfestigkeit und der Haftverbund dafür nicht ausreichen.
Für die obere Schicht steigt daher das Risiko für Rissbildung und Abplatzungen.
Bei mehrlagigen Putzsystemen dürfen also zur Oberfläche hin die Druckfestigkeiten nicht an-
wachsen (harter Zement- auf Kalkputz), sondern sie sollten gleich bleiben oder besser abneh-
men. Die Ausnahme von dieser Regel stellen Wärmedämmputze oder Leichtputze dar, da
hier die innere Elastizität dieser Unterputze für die Aufnahme der Spannungen ausreicht.
Kann diese Grundregel zum Festigkeitsgefälle von Putzlagen nicht eingehalten werden, so sind
Putzarmierungen oder Armierungsputze erforderlich.

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