Lexikon für Stuck, Putz, Trockenbau und Wärmedämmung

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Inverter-Wärmepumpe

Wärmepumpe, bei der eine elektronische Schaltung (ein Frequenzumrichter) die Drehzahl des Verdichters stufenlos regelt. Der Verdichter führt so weniger Verdrängungsvorgänge pro Zeiteinheit durch, was den Mengendurchsatz des gepumpten Arbeitsmittels auf den momentanen Bedarf verringert. So kann eine 12-Kilowatt-Wärmepumpe zum Beispiel auf bis zu 3 Kilowatt heruntergefahren werden. Der Frequenzumrichter besteht aus einer Kombination von Gleichrichter und Wechselrichter („Inverter“), daher der Name.

(Foto: Alexander Morhart)

Jahresarbeitszahl (JAZ)

Die Jahresarbeitszahl (JAZ) gibt bei Wärmepumpen das Verhältnis von bereitgestellter Wärme zu zugeführter elektrischer Energie im Laufe eines Jahres an. Je höher die Jahresarbeitszahl, desto effizienter arbeitet die Wärmepumpe. Zum Beispiel stellt eine Wärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl von 3,0 aus einer zugeführten Kilowattstunde Strom eine Heizleistung von drei Kilowattstunden Wärme bereit.

 

Jahresnutzungsgrad

Oberflächen-Wärmeverluste von Kessel, Speicher und Heizungsrohrleitungen zählen nur in dem Maße zur nutzbaren Heizwärme, wie sie zur Raumheizung beitragen.

Prozentangabe, wieviel des (unteren) Heizwerts des eingesetzten Brennstoffs ein Heizungssystem über ein Jahr hinweg in nutzbare Heizwärme umwandelt – berücksichtigt werden die Verluste im Wärmeverteil- und -speichersystem, aber nicht der Betriebsstrom.

Anders als beim Wirkungsgrad, der bei idealen Betriebsbedingungen eine momentane Wärmeleistung ins Verhältnis zur Brennstoffaufnahme setzt, sind beim Jahresnutzungsgrad alle mit dem Hoch- und Herunterfahren und mit dem Betrieb in Teillast verbundenen Verlustenergiemengen sowie die Bereitschafts- und Stillstandsverluste zu berücksichtigen.

Oberflächen-Wärmeverluste von Kessel, Speicher und Heizungsrohrleitungen zählen nur in dem Maße zur nutzbaren Heizwärme, wie sie zur Raumheizung beitragen. In die Berechnung gehen diese Oberflächenverluste mit einem Faktor von 0,85 ein – falls die Heizungsanlage im beheizten Teil des Gebäudes aufgestellt ist. Sehr kompliziert wird deren Berücksichtigung zum Beispiel bei in Außenwände eingeputzten Rohrleitungen.

Um den Verbrauchern vor dem Kauf eine Angabe machen zu können, wurde der sogenannte „Normnutzungsgrad“ entwickelt. Die Heizung wird dafür bei fünf Teillastnutzungsgraden und zwei Vorlauf-/Rücklauftemperaturpaaren gemessen, und es wird nach einem in der DIN-Norm 4702-8 beschriebenen Rechenweg der Normnutzungsgrad errechnet. Ein groß angelegter Feldversuch der FH Wolfenbüttel hat jedoch Abweichungen zum an installierten Anlagen gemessenen Jahresnutzungsgrad von bis zu 13 Prozentpunkten ergeben. Für einen realistischen Wert bleibt deshalb nur, Wärmemengenzähler geeignet einzubauen und über ein Jahr hinweg die gelieferte Heizwärme zu messen.

Bei Anlagen, mit denen sowohl Wärme als auch Strom gewonnen wird, bezeichnet der Jahresnutzungsgrad das Verhältnis zwischen der Summe von Wärme- und Stromabgabe – abzüglich des Eigenbedarfs – und dem Brennstoffeinsatz. Doch auch einzeln wird das Verhältnis angegeben, dann als „thermischer“ oder „elektrischer“ Jahresnutzungsgrad.

Englisch: annual efficiency / annual consumption index

Kachelofen

Der Kachelofen ist eine Feuerstätte, bei der die äußere sichtbare Verkleidung hauptsächlich aus keramischen Kachelsteinen besteht.
Er kann je nach Bauart mit verschiedenen Energie- oder Wärmeträgern betrieben werden und kann auch zur Erwärmung von Trink- und Heizwasser dienen.

Kaliwasserglas

Bindemittel nach DIN 18550 für Dispersions-Silikatputze, -farben und Silikatfarben.
Kaliwasserglas erhärtet chemisch durch Reaktion mit Kohlendioxid und Wasser. Mit kalkhaltigen Stoffen in Putzgrund, Putz oder Anstrichmittel (Gesteinskörnung, Pigmente) erfolgt eine Verkieselung, die eine hervorragende Untergrundhaftung und Kohäsion bewirkt. Die entstehenden Kalk-Silikate sind chemisch sehr beständig und besitzen eine sehr hohe Festigkeit.

Kalke mit hydraulischen Eigenschaften

Bindemittel für mineralische Putzmörtel nach DIN 18550.
Kalke mit hydraulischen Eigenschaften gehören zu den Baukalken und weisen unterschiedliche Mischungen der Bindemittel Luftkalk (Kalkhydrat) und hydraulischer Kalke (Silikate) auf.

Kalkzementputz

Putzmörtel nach DIN EN 13914/ DIN 18550 mit einer Mischung aus Baukalken und Zement als Bindemittel.
Je nach Anforderungen können schwere oder leichte Gesteinskörnungen (Druckfestigkeit bzw. Wärmedämmung) und Zusatzmittel (Wasserrückhaltemittel, Haftmittel) enthalten sein.

kalte Nahwärme

Wärme aus einem Versorgungsnetz für mehr als ein Gebäude, bei dem die Wärmeträgerflüssigkeit im Netz relativ kühl ist (Vorlauftemperatur unter 30°C); mit Wärmepumpen an den Abnahmestellen.

Die bedeutungsähnlichen Begriffe „Anergienetz“ und „Low-Ex-Netz“ werden in Wissenschaft und Praxis weniger trennscharf verwendet – zum Teil auch für Vorlauftemperaturen bis 40 °C oder gar 60 °C. Allerdings können bei gleitend betriebenen „kalten“ Netzen im Winter zeitweise zum Beispiel auch 80 °C vorkommen.

 

Kaminofen

Ein Kaminofen ist, im Gegensatz zum offenen Kamin, nicht eingebaut und hat eine geschlossene Brennkammer. Er steht im Normalfall vor oder neben dem Schornstein und ist an diesen angeschlossen.

Kapillarität

Transportmechanismus für Flüssigkeiten (z.B. Wasser) in feinporösen Feststoffen.
Wassermoleküle werden in besonders engen Baustoffporen (Kapillarröhren) bei Kontakt mit den Porenwandungen durch die Adhäsionskraft gegen die Schwerkraft nach oben gezogen und können so über große Strecken transportiert werden.

Karbonatisation

Chemischer Erhärtungsvorgang mineralischer Putzmörtel mit Anteilen von Luftkalk als Bindemittel (Luftkalk, Kalke mit hydraulischen Eigenschaften, Zement). Diese Bindemittel benötigen zu ihrer Erhärtung die beiden Reaktionspartner Kohlendioxid (CO2) sowie Wasser (H2O) aus dem Anmachwasser, aus der Luftfeuchtigkeit oder durch zusätzliche Befeuchtung.

Kellenwurfputz

Eine der in DIN EN 13914/ DIN 18550 genormten Putzweisen.
Kellenwurfputze sind Handputze und werden meist als Oberputz für Außenputze mit unterschiedlichen Korngrößen der Gesteinskörnungen (5 – 9 mm) verwendet und durch freies Anwerfen mit der Kelle auf dem Putzgrund aufgetragen. Durch die Korngröße und die Anwurftechnik wird das Erscheinungsbild bestimmt (feiner/grober Kellenwurf).

Kellerwandaußenputz

Eine der in DIN EN 13914-1 genormten Putzarten.
Kellerwandaußenputze werden unterhalb der Geländeoberfläche und der horizontalen Wandabdichtung auf der Kellerwand aufgebracht. Da sie mit dem Erdreich in Kontakt stehen, sind sie durch Erddruck und Wasser belastet und benötigen besondere Schutzmaßnahmen.

Kleinwindkraftanlage

Windkraftanlage mit einer Nennleistung bis zu 100 Kilowatt (Definition nach Bundesverband Windenergie (BWE) und European Wind Energy Association; es gibt auch die Obergrenzen 50 Kilowatt oder 500 Kilowatt sowie eine Definition nach der Rotorfläche oder der Anlagenhöhe); auch „Kleinwindenergieanlage“ (KWEA) oder  „Kleinwindanlage“ genannt.

 

Klimatisierung

Trotz aller Vorzüge ist die klimatisierende Wirkung einer Lüftungsanlage begrenzt. Wenn es darum geht, die Temperatur im Sommer um einige Grad zu senken, müssen Bauherren und Sanierer auf spezielle Klimageräte zurückgreifen. Da diese Strom verbrauchen, belasten sie die Energiebilanz eines Hauses und werden in der Energieeinsparverordnung mit entsprechenden Aufschlägen versehen.

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